Kurzantwort
Arigato (ありがとう) bedeutet „danke“ auf Japanisch, ist aber etymologisch viel tiefer: „arigatashi“ (ありがたし) = „existieren ist schwierig“ — drückt Überraschung aus, dass etwas Gutes passierte. Buddhistischer Ursprung aus dem 9. Jahrhundert (Heian-Periode). Formstufen: arigato (informell, Freunde), arigato gozaimasu (formell, höfliche Situationen), doumo arigato gozaimasu (sehr formell), arigato gozaimashita (Vergangenheit, nach Ereignis). Kansai-Variante: ookini. Für Deutschsprachige: deutsches „danke“ stammt vom althochdeutschen „denken“ — bedeutet „ich halte dich in Gedanken“ — etymologisch anders als arigato (Seltenheit vs. Erinnerung). Kulturhinweis: Japaner sagen nicht automatisch „danke“ wie DACH-Bewohner — es bleibt für echte Gefälligkeiten reserviert.

Etymologie von Arigato
- Ursprung: aus dem klassischen Verb „arigatashi“ (有り難し) — wörtlich „schwer zu existieren“.
- Originalbedeutung: „selten“, „kostbar“, „wundervoll“. Wurde für unerwartete Phänomene oder überraschende Geschenke verwendet.
- Heian-Periode (794-1185): der Begriff wird in buddhistischen Klöstern standardisiert, um Dankbarkeit gegenüber dem Himmel für seltene Existenzen auszudrücken.
- Buddhistischer Einfluss: Idee, dass „menschliche Geburt“ ein seltenes Geschenk ist (menschliche Wiedergeburt im Dharma ist statistisch selten im Reinkarnationszyklus).
- Moderne Entwicklung: wird zu allgemeinem „danke“, behält aber grössere Schwere als englisches „thanks“.
Formstufen
- Arigato (ありがとう): informell. Unter Freunden, Familie, lockeren Situationen.
- Arigato gozaimasu (ありがとうございます): formell. Gegenüber Vorgesetzten, Fremden, Service-Situationen.
- Doumo arigato gozaimasu (どうもありがとうございます): sehr formell. Für tiefe Dankbarkeit.
- Arigato gozaimashita (ありがとうございました): Vergangenheit. Nach abgeschlossenem Service (z. B. Verlassen eines Restaurants).
- Doumo (どうも): informelle Abkürzung von arigato. Schneller, unter Freunden.
- Sankyu (サンキュー): „thank you“ auf japanische Art. Locker, junge Leute.
Kansai-Variante und regional
- Ookini (おおきに): Kansai-ben Äquivalent (Osaka, Kyoto). Ursprung: „ooki ni hai“ = „sehr ja“.
- Maido ookini: Osaka. „Immer danke“, Geschäftsgrüss zwischen Stammkunden.
- Niigata-ben: „nikobi“ (mit Lächeln).
- Hokkaido: verwendet Standard, aber mit besonderer Wärme.
- Okinawa-ben (Uchinaaguchi): „nifee deebiru“ (völlig anders, Ryukyu-Sprache).
Für Deutschsprachige: Kulturunterschiede
Für Deutsche, Österreicher und Schweizer ist die Parallele zu „danke“ etymologisch interessant: deutsches „danke“ stammt vom althochdeutschen denken (denken, im Geist behalten) — bedeutet etwa „ich halte dich in meinen Gedanken für das, was du getan hast“. Arigato ist etymologisch anders — drückt „Seltenheit“ des Ereignisses aus, nicht „Erhalten in Gedanken“. Verwendungsunterschiede: Deutsche, Österreicher und Schweizer sagen „danke“ automatisch aus Höflichkeit (Eintreten in Geschäft, Annehmen von Kaffee, Aufzug). Japaner sind zurückhaltender: arigato bleibt für echte Gefälligkeiten reserviert, nicht für automatische Höflichkeiten. „Sumimasen“ (Entschuldigung/Erlaubnis) wird häufiger verwendet als arigato in Situationen höflicher Unterbrechung. Kulturhinweis: japanische Dankbarkeit ist „schwerer“ als deutsche — seltener ausgesprochen, mit grösserer Schwere empfangen. Für DACH-Reisende in Japan: verwenden Sie „arigato gozaimasu“ grosszügig, wird wohlwollend empfangen. Erwarten Sie kein automatisches „danke“ zurück — Japaner verbeugen sich als Dankbarkeitszeichen. Wiener „Servus“ oder Schweizer „Merci vielmal“ haben keine direkte japanische Entsprechung — diese Schichtung in DACH-Höflichkeit existiert in Japan in anderer Form (Honorifika -san, -sama).
Antworten auf arigato
- Dou itashimashite (どういたしまして): „bitte“, „gern geschehen“. Formelle Antwort.
- Iie (いいえ): „nein“, einfaches Verneinen des Bedarfs zu danken.
- Tondemo arimasen (とんでもありません): „absolut nichts“, sehr demütig.
- Ie ie (いえいえ): informelle Wiederholung „nein, nein“. Locker.
- Stille Verbeugung: oft die Antwort — die Verbeugung ersetzt Worte.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Arigato auf Japanisch?
Arigato (ありがとう) bedeutet ‚danke‘. Etymologisch von ‚arigatashi‘ (有り難し) = ’schwer zu existieren‘ — drückt Überraschung aus, dass etwas Gutes passierte. Buddhistischer Ursprung aus der Heian-Periode (9. Jahrhundert).
Was ist der Unterschied zwischen Arigato und Arigato gozaimasu?
Arigato (ありがとう) ist informell (unter Freunden, Familie). Arigato gozaimasu (ありがとうございます) ist formell (gegenüber Vorgesetzten, Fremden, Service). Doumo arigato gozaimasu ist die formellste Version.
Wie sagt man ‚danke‘ im Kansai-Dialekt?
‚Ookini‘ (おおきに) — Kansai-ben Äquivalent. Ursprung: ‚ooki ni hai‘ = ’sehr ja‘. Typisch in Osaka, Kyoto. In Osaka auch ‚maido ookini‘ (immer danke) als Geschäftsgrüss.
Wann verwendet man ‚arigato gozaimashita‘?
Vergangenheitsform, nach abgeschlossenem Service. Beispiel: nach beendetem Essen im Restaurant, vor dem Verlassen. Drückt Dankbarkeit für etwas aus, was bereits passiert ist.
Wie antwortet man auf arigato?
‚Dou itashimashite‘ (どういたしまして) bedeutet ‚bitte‘. ‚Iie‘ (nein) ist eine einfache Antwort. Oft ersetzt nur eine stille Verbeugung Worte. Japanische Bescheidenheit minimiert die Gefälligkeit.
Werden ‚danke‘ und ‚arigato‘ gleich verwendet?
Nein. DACH-Bewohner sagen ‚danke‘ automatisch aus Höflichkeit. Japaner reservieren ‚arigato‘ für echte Gefälligkeiten. ‚Sumimasen‘ (Entschuldigung/Erlaubnis) ist häufiger. Japanische Dankbarkeit ist ’schwer‘, seltener gesprochen, mit grösserer Schwere empfangen.
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